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Shakespeare hätte seine Freude gehabt

Dienstag, den 16. März 2010 um 17:26 Uhr


Die Laienspielgruppe Meckenbeuren begeistert mit Terry Pratchetts Satire „Mac Best“ ihr Publikum



Bild: Kerstin Schwier

Meuchelmord, Dämonenbeschwörung und Bardenmusik – den Besuchern des Kulturschuppens am Gleis 1 wurde am Samstagabend einiges geboten. Die Laienspielgruppe Meckenbeuren hatte sich mit Terry Pratchetts „Mac Best“ ein äußerst anspruchsvolles Projekt ausgesucht und dieses mit Bravour gemeistert. In Anlehnung an Shakespeares „Macbeth“ werden in dem Stück Machtgier, Obrigkeitshörigkeit und Schicksalsgläubigkeit auf höchst unterhaltsame Weise parodiert. Nicht um die Krone Schottlands, sondern um die Herrschaft in Lancre dreht sich hier alles. Auch befindet sich Lancre nicht etwa auf der nördlichen Erdhalbkugel, sondern in der von Terry Pratchett erschaffenen Scheibenwelt.

Dennoch haben die Charaktere in Pratchetts Fantasywelt durchaus menschliche Züge, beziehungsweise ähneln den Shakespearschen Helden. Allen voran Herzog Felmet (Torsten Fahr): Getrieben von seiner machtbesessenen Gattin (Steffi Burkhard) ermordet er hinterrücks seinen Cousin König Verence und übernimmt die Herrschaft in Lancre. Wie Torsten Fahr die Grenzen zwischen Herrschaft und Wahnsinn, zwischen tyrannischem Diktator und devotem Ehemann auslotet, ist beeindruckend. „Ich war nicht dabei. Er fiel unglücklich“ – mit diesen Worten versucht er, sich aus der Affäre zu ziehen. Doch er kann den fortschreitenden Wahnsinn nicht aufhalten. So sehr er sich auch mit Hilfe von Schmirgelpapier und Feile bemüht, er kann die blutbefleckten Hände, Ausdruck seiner Schuld, nicht reinwaschen. Zudem muss er bald erkennen, dass die Herrschaft über Lancre langweilig ist.