Aschenputtel findet ihren Prinzen
Sonntag, den 18. Dezember 2011 um 10:12 Uhr

Bild: Schwier
Meckenbeuren (kes) Dass manche Märchen nie aus der Mode kommen, zeigt sich spätestens seit den Kinoerfolgen von „Rapunzel – neu verföhnt“ oder „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Die moderne Interpretation der jahrhundertealten Texte tendiert meist in Richtung bewusster oder auch unfreiwilliger Komik.
So steht auch bei dem neuen Stück der Jugendgruppe der Laienspielgruppe Meckenbeuren der Humor eindeutig im Vordergrund. Mit dem Grimm'schen Märchen „Aschenputtel“ hat sich Regisseurin Kathrin Rueß, nach der erfolgreichen „Peter Pan“-Aufführung im vergangenen Jahr, wieder einen echten Klassiker ausgesucht. Zusammen mit ihren Regiekollegen Kai Weber, Vanessa Köhler und Sandra Marschall probt sie seit Ende der Sommerferien zweimal wöchentlich mit 21 Kindern im Alter von sieben bis 17 Jahren.
Bei der Generalprobe am Mittwochabend klappte alles trotz mancher spontaner Heiterkeitsausbrüche einiger Darsteller perfekt, und der Premiere heute Abend steht nichts mehr im Wege. Mit Aschenputtels Stiefmutter (Lena Leiprecht) und den zickigen Stiefschwestern Daphne (Ronja Eckardt) und Dora (Julia Marschall) erwartet den Zuschauer ein herrlich böses und vor allem lautes Dreiergespann. „Haltet euch gerade!“, heißt der Standardspruch, mit dem die Stiefmutter ihre beiden Töchter im Kommandoton zurechtbrüllt. Wenn Daphne dann noch ständig laut „Mama“ quäkt, erreicht sie eine Frequenz, die knapp unter der Schmerzgrenze liegen dürfte.
Im krassen Gegensatz dazu steht die ruhige, besonnene Marie (Aschenputtel Pia Kreuzer). Zierliche Figur, lange blonde Haare, warme Stimmlage - alles passt! Das bleibt natürlich auch Prinz Philipp (Philipp Schimmels) nicht verborgen. Wie die Geschichte ausgeht, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Doch wie die jungen Laiendarsteller das Ganze umgesetzt haben, ist absolut sehenswert.
Erschienen im Südkurier| < Zurück | Weiter > |
|---|

